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GÖTTIN FÜR DEN MONAT NOVEMBERSpirale

November ist im alten keltischen Kalender der Monat der Verwandlung durch den Tod oder die Todeserfahrung. So beginnt der November mit Samhain, dem Fest des Todes. Im christlichen Kalender findet Samhain seinen Niederschlag in den Festtagen Allerheiligen und Allerseeelen, die noch die Erinnerung an unser keltisches Erbe in sich tragen.

HEL

Wir betreten im November endgültig die dunkelste Zeit im Jahreslauf. Das sichtbare Leben hat sich aus der Natur zurückgezogen, und wir schützen uns mit wärmender Kleidung vor Kälte, sind meist drinnen und nur wenn nötig draußen. Das Verschwinden des natürlichen Lebens ist das Thema des Monats: der Tod. Seine Göttin ist Hel, die „Verhehlende, die Verhüllende“. Mit dem Tod setzen wir uns meist nur gezwungenermaßen und im Erschrecken über seine Macht auseinander. Er ist das Unfassbare schlechthin. Und doch ist seine Welt, die Anderswelt ein wichtiger Teil der Wirklichkeit. Sie ist die Welt all der Dinge, die wir verlernt haben zu verstehen, die Welt der Rätsel und der Schätze des Unsichtbaren. In der Anderswelt der Hel wirkt der Kessel der Erneuerung, in dem aus Vergänglichem das Unvergängliche, das Ewige entsteht. Er ist uraltes Symbol des Geheimnisses des Werdens, Vergehens und Neu-Werdens. Von der Natur selbst lernen wir im November die Vergänglichkeit alles Sichtbaren. Nur der nicht-sichtbare Teil von uns Menschen ist der Unvergängliche: unsere Seele.

So können wir im November abends, wenn es dunkel geworden ist, nur eine Kerze anzünden als Zeichen des Lichts unseres Bewusstseins. Mit unserem erweiterten Bewusstsein können wir nach innen lauschen, nach innen schauen, und uns in die Welt der Hel hinein tasten und in die nicht-sichtbare Wirklichkeit. Wir können Verbindung aufnehmen mit den Menschen und Wesen, die nicht mehr in der sichtbaren Welt leben. Wir können die Türe zu Hel und zu der unvergänglichen Welt des Sinnes einen Spalt öffnen, damit sich durch einen Lichtstrahl von dort unsere alltäglichen Sorgen und Nöte aufhellen und wir den Sinn ahnen …

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT OKTOBER

Oktober ist im alten keltischen Kalender der letzte Monat des alten Jahres. Wir ehren das Schwinden des Lichts, der Farben, das schwächer Werden der Lebenskraft, wir stimmen uns auf das Loslassen ein, wir werden älter.

HEKATE

Wir treten mit Hekate an unserer Seite jetzt ein in die dunkle Jahreszeit. Sie ist Göttin der Übergänge wie Geburt, neue Lebensphase, neue Richtungsentscheidungen, Initiation und Älter werden. Oft wird sie mit der Fackel dargestellt, mit der sie uns den Weg ins Ungewisse erhellt. Sie ist eher eine dunkle Gestalt, aber von tiefem Wohlwollen für Menschen, und in ganz besonderer Weise für uns Frauen. Sie ist die Hüterin des magischen Wissens und von ihr lernen wir, dass wir für Lebenskompetenz und die Bewältigung der Herausforderungen nicht Macht brauchen, sondern Weisheit. Auch dies ist in ihrem Symbol der Fackel dargestellt. An ihren Beinamen erkennen wir die Hilfestellungen, die sie uns geben kann: Sie hält das Böse fern, steht an den Wegkreuzungen unsere Schicksals, sie ist die Torhüterin, die Schlüsseltragende, die Führerin, Lichtbringerin, die Heilerin und Erlöserin.

Wenn wir vor einem herausfordernden Übergang stehen, wenn uns die Dunkelheit, die uns umgibt, Angst macht, wenn wir uns bedroht fühlen von Klimawandel und der Rüstungsspirale, dann wenden wir uns – nachdem wir auf der sichtbaren Ebene das uns Mögliche getan haben – an Hekate. Wir stellen ihr eine kleine Gabe an Übergänge wie z.B., Wegkreuzungen oder an die Türschwelle hin, und bitten sie um ihren Schutz und ihre Weisheit.

Am Ende des keltischen Jahres ist es sinnvoll, sich von dem zu trennen, was wir nicht mehr brauchen, unsere inneren Räume zu klären. Hekate kann uns beim Loslassen unterstützen: Welchen Groll, welchen Zorn – auch vielleicht auf mich selbst – brauche ich nicht mehr? Welche Illusion kann ich aufgeben? Ich finde draußen für jedes benannte Thema ein buntes Herbstblatt, entzünde eine (schwarze) Kerze auf dem Hausaltar und verbrenne das Blatt, z.B. mit den Worten: „Liebste Hekate, XXX hat lange genug auf mir gelastet, ich nehme XXX jetzt weg von mir und gebe es an Dich. Nimm es an und verwandle es, und lass mich mit leichtem Herzen meinen Weg weitergehen.“ Ich visualisiere, wie sich mein Groll, meine Illusion im Rauch auflöst, nehme die Asche und streue sie in den Wind oder in fließendes Gewässer. Ich danke Hekate mit Worten, einem Lied, oder einem kleinen Tanz.

Avesta

17.9.2018
Der Gaiamantie-Kurs muss leider auf nächstes Jahr verschoben werden. Ersatztermin 7. September 2019

 

GÖTTIN FÜR DEN MONAT AUGUST

DEMETER – wir ernten Geschenke, die uns nähren und am Leben erhalten, wir danken für das Geschenk des täglichen Brotes

Im August feiern wir die erste Ernte, wir feiern das Getreide und die Grundlage unserer täglichen Ernährung. Dieses Jahr fällt ein für alle sichtbarer Schatten auf diese hohe und freudige Zeit der ersten Ernte, denn der menschengemachte Klimawandel hat mit seiner sengenden Hitze die Ernte in mancher Monokultur-Landwirtschaft verbrannt. Die Agrokonzerne fordern Subventionen ein und verweigern sich gleichzeitig einer Landwirtschaft, die den Mutterboden und seine kleinsten Bewohner pflegt, den Schatz des Grundwassers hütet und die Bedürfnisse der Tiere achtet. Demeter als die Göttin des Getreides, die Mutter des Lebens und unseres täglichen Brotes braucht mehr denn je unser Engagement für eine nachhaltige und klimaneutrale Lebensweise: das zeigt sie uns in diesen Tagen.

Um Demeter nahe zu sein streifen wir durch die Sommerlandschaft, es können auch Gärten, Parks oder auch nur unser Balkon sein. Wir schauen nach dem Getreide auf den Feldern und schenken ihm ein Danke, wir halten Ausschau nach den Früchten, den Beeren an den Hecken, dem Obst auf den Bäumen, den reifen Tomaten – wir erfreuen uns dankbar und ganz bewusst an dieser unglaubliche Fülle der Mutter Erde, pflücken, kosten, nehmen die Aromen und Säfte in uns auf … Wir können die gewonnenen Eindrücke auf unser Leben übertragen: Was an unseren persönlichen Vorhaben dieses Jahres wächst, reift, gelingt? Wo haben wir gewonnen oder dazugelernt? Wo finden wir Fortschritte? Wo können wir Früchte unserer Bemühungen ernten? Und wir danken uns selbst und allen, die uns mit ihrer Energie, Inspiration und Kraft nähren und zum Gelingen unseres Lebens beitragen.

Am 15. August, dem traditionellen Höhepunkt des Sommers ist Kräuterweihe. Alle unsere Heil- und Kraftpflanzen sind nun in der Fülle ihrer Heil- und Wirkkraft und dürfen geerntet werden. Wir pflücken uns ein Büschel der Heilpflanzen, die uns stärken, weihen es, erfreuen uns daran und erschaffen damit ein Kraftreservoir an Heilpotential für die körperlichen und seelischen Herausforderungen der dunklen Jahreszeit.

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT JULI

VESTA – Das heilige weibliche Feuer

In der europäischen Tradition gilt Vesta als die älteste aller Göttinnen. Die Entwicklung menschlicher Kultur begann als Menschen lernten, mit dem Feuer umzugehen. Dunkelheit konnte mit Feuer erhellt werden, Kälte konnte erwärmt werden und das Feuer war wichtigste Helferin der Menschen bei allem täglichen Tun, und Mittelpunkt menschlicher Gemeinschaft. Feuer ist die Urmutter aller Künste: des Kochens, Backens, des Härtens, Haltbarmachens, des Töpferns und des Schmiedens.

Quer durch ganz Europa waren die Hüterinnen des Feuers Priesterinnen oder besondere Frauen, denn das Feuer im Kessel, Herd und Altar war ein symbolischer Ausdruck des heiligen weiblichen Prinzips der Wandlung und ein umfassendes Symbol für weibliche Vitalität.

Vestas Geschenk ist im übertragenen Sinn das Feuer unserer Vitalität. Sie ist die Göttin unserer Begeisterung und Leidenschaft für das Leben. Aber wie jedes Feuer erfordert auch das Feuer unserer Vitalität eine weise Handhabung: Zu viel davon lässt uns ausbrennen, und dieses Leiden ist so verbreitet, dass es einen Namen trägt: Burnout. Die vestalischen Feuer brannten nach einem wichtigen Grundprinzip der alten Weisheit, das heißt: Nichts darf verletzt werden! Darum wurden für das Feuerholz für Vestas Altar nur die am Boden liegenden Äste im heiligen Hain aufgesammelt, die lebendigen Bäume blieben unangetastet. Vestas Regel lautet: die natürlichen Ressourcen bestimmen das Maß; die Lebenssubstanz selbst darf niemals verheizt werden. Und das Feuer unseres Engagements darf uns nicht ausbrennen!

So sind wir eingeladen, unser persönliches Lebensfeuer weise zu hüten, und auf gesellschaftlicher Ebene für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Energie einzutreten – ohne Kohleabbau, ohne Atomkraft – also uns für eine echte Energiewende einzusetzen.

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT JUNI

SIRONA

Es gibt in der Gegend zwischen Rhein, Mosel und Enz eine ganze Reihe von keltischen Quellheiligtümern, die der Göttin Sirona geweiht sind. Aus Sironas Quellheiligtum in Hochscheid bei Bernkastel ist eine eindrucksvolle Statue von ihr überliefert: mit hoheitsvoll erhobenen Haupt hat sie den Blick gleichzeitig in die Ferne und auf die Betrachterin gerichtet. In ihrer linken Hand hält sie drei Eier, die sie der Betrachterin zeigt, der rechte Arm ist umwunden von einer Schlange, und mit dem rechten Zeigefinger deutet sie auf die Eier.

Sirona ist die Göttin des Wassers als Urkraft, aus dem alles Leben kommt, und die auf allen Ebenen Lebensprozesse initiiert und nährt. Auch die Schlange symbolisiert diese geheimnisvolle Macht und verbindet sie als instinktive Weisheit aus der Tiefe mit der sichtbaren Welt oben. Die Eier enthalten in sich das vollständige neue Leben und symbolisieren diese Erneuerung. Noch ist unsichtbar, was das Ei enthält, noch ist es durch eine Schale geschützt. Und doch ist es bereits als fertiges Ganzes da.

Das ist Sironas Versprechen an uns: Unser persönliches Leben samt seinen Verletzungen kann durch die Verbindung mit ihrer Kraft immer wieder neu heilen und sich erneuern. So wie das Wasser das, was nicht zu uns gehört, einfach wegspült und so, wie sich die Schlange immer wieder häutet und erneuert.

Avesta

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