Aktuelles und Blog

Vom 30. August bis 1. September finden im Frauenlandhaus in Charlottenberg wieder die Sommertage der Frauenspiritualität statt. Das einladende Programm findet Ihr hier verlinkt – auch zwei Arkuna-Frauen werden dabei sein.

GÖTTIN FÜR DEN MONAT JUNI – MELISSA

Endlich ist Frühsommer, die Tage sind lang und freundlich, und wir verbringen viel Zeit draußen. Da begegnet uns Melissa, die Bienengöttin, die zusammen mit ihrem Volk für die Menschen früher das Spiegelbild einer harmonischen Gemeinschaft der Frauen war. Einer sanften, zärtlichen Gemeinschaft, die von der Königin durch die Signale ihres Duftes geführt wird und deren Informationssystem der Tanz ist. Melissa ist die Mutter eines Volkes, in dem jede ihren Platz und ihre altersentsprechende Aufgabe hat: da gibt es die Gruppe der Ammen, die der Kundschafterinnen, der Kriegerinnen, und es gibt die Gruppe, die für die Hygiene im Bienenstock sorgt und viele andere mehr. Seit alters her steht der Bienenstock mit seiner Königin für die vitale und perfekt aufeinander eingespielte Gemeinschaft. Und in vielen mutterrechtlich orientierten archaischen Gemeinschaften wird die Bienenkönigin als eine Göttin verehrt. Die Anthropologin Marija Gimbutas fand bei ihren Untersuchungen der 7000 Jahre alten Cucuteni-Kultur sanduhrförmige Frauengestalten, verziert mit bienenartigen Streifen, die sie als Bienen erkannte. Eine ganz wichtige Rolle spielte die Biene auch in Kunst und Alltag der kretischen Minoerinnen. Sie stellten wunderschöne Schmuckstücke mit Bienendarstellungen her und prägten Bienen auf ihre Münzen und Siegel. Eines davon zeigt eine Bienengöttin: Eine Frau mit einem Bienenkopf ist von zwei geflügelten Hunden umgeben. Ein anderes zeigt tanzende Frauen, vielleicht Priesterinnen, die von Bienen umschwärmt werden. Die Nymphen als übernatürliche Zauberwesen, die dann eingriffen, wenn Hilfe gebraucht wurde, treten oft in Bienengestalt auf. Die Nymphe Melissa nährte Kinder, wenn sie von der Mutter getrennt waren, mit Honig.

So ist die Göttin Melissa nicht nur die Mutter einer beispielgebenden Form weiblicher Gemeinschaft, sondern sie schenkt mit dem lebensspendenden Honig den Menschen eine göttlich-geheimnisvolle Substanz.

Wir heutigen Frauen feiern mit der Göttin Melissa die Hoch-Zeit des Jahres und ehren mit ihr die weiblichen Gemeinschaften. Wir wenden uns an Melissa, wenn wir das Geheimnis der mütterlichen Ordnung verstehen wollen und ergründen, wie eine an weiblichen Prinzipien orientierte Gemeinschaft funktioniert. Und wenn wir uns – erschöpft vom Lebenskampf im Patriarchat – durch die süße Magie des Honigs wieder mit der Quelle des Lebens verbinden wollen.

Avesta

Beim Labyrinth-Kurs mit Li Shalima sind noch Plätze frei 🙂

Für alle tanzbegeisterten Frauen! Frauendisco mit Gabriele Hüller und Sonja Bauer
Fr. 7.6., 19.30 bis 23 Uhr, Eintritt: frei (Spende für den Raum ist willkommen)
Ort: Weißenburgzentrum, in Stuttgart, Weißenburgstr. 28 A, OG

GÖTTIN FÜR DEN MONAT MAI – FREYA

Holunderblüte

In dieser heiteren Zeit, in der jeder Schritt in die Natur von farbenfrohen Blüten, von Düften und vom smaragdenen Hellgrün der neuen Blätter begleitet ist, gehen wir mit Freya durch die Welt. Sie ist die Liebesgöttin der mittel- und nordeuropäischen Menschen, und sie ist der Inbegriff der freien und unabhängigen Frau, die zugleich zärtlich liebt und kämpferisch kraftvoll für sich und die Liebe einsteht.
Freya schenkte ihre Liebe, Freundlichkeit und sexuelle Gunst frei-zügig. Sie ist die europäische Urschamanin, mit einer intimen Beziehung zu allem, was wild ist und ungezähmt: Tiere, Elementarwesen, die nicht-sichtbaren Räume. Das Wort Frau ist von der Göttin Freya abgeleitet. Mit Freya strahlt ein Bild von Weiblichkeit durch die Jahrtausende, in dem die Frau zaubermächtig ist und kulturprägend, klug und unabhängig, und durch ihre Macht von innen, ihr diplomatisches Können und ihre Schönheit Gemeinschaften verbindend.
Auf der persönlichen Eben heilt Freya die Wunden des Zweifels, löst die Verwirrung, die innere und äußere Konflikte schaffen können, und sie erneuert unsere Fähigkeit, unsere persönliche Kraft mit der sinnlichen Energie der Jahreszeit aufzuladen.
Mit Freya verbinden wir uns, wenn wir frei werden wollen von inneren und äußeren Zwängen, die unser Innerstes und seine Bedürfnisse behindern. Sie unterstützt uns, wenn wir scheu sind und uns nicht trauen uns auszudrücken, uns zu zeigen. Und sie kann uns mit ihren kämpferischen Möglichkeiten schützen.
Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT APRIL

Amazone

„Das Zentrum amazonischer Macht ist nicht das was Frauen schufen, sondern ihr Körper, ihre eigene Ausstrahlung.“ (Luisa Francia)

Die in der Erde angesammelte neue Kraft steigt im April unaufhaltsam nach oben, wird spürbar, sichtbar und wirkt. Alles, was ist, will jetzt kraftvoll in Erscheinung treten. Überall ist neue Lebendigkeit, und beglückt staunen wir über das Wunder des neuen Lebens. Auch in unserem Inneren spüren wir frische Vitalität und neue Möglichkeiten. Diese Energie drängt uns geradezu, das zu erschaffen und zu formen, was in unserem Leben oder auch in uns selbst neu werden soll. Dies ist das immerwährende Potential des Frühjahrs und der Jungen Göttin, der Amazone in uns, die auch dann im Frühjahr in uns lebendig wird, wenn wir uns mit unseren Lebensjahren längst jenseits der Mitte weiterbewegen.

In dieser Zeit sind wir als weise Frauen damit unterwegs, unser Bewusstsein und unseren Zugang zu innerer Kraft und Stärke, zu unserer tiefen Lebendigkeit neu zu erwecken. Wir wollen mit der ungezügelten Vitalität des Frühlings und unterstützt durch die Kraft des Widders, Qualitäten, Aktivitäten und Verbindungen, die uns wichtig sind, hervorlocken und kräftigen. Fähigkeiten, mit denen wir uns identifizieren, wollen in uns wachsen. Eine wunderbare Möglichkeit ist, diesen Qualitäten den Namen einer Göttin zu geben, mit der wir uns verbinden können. Um unsere Unabhängigkeit zu stärken, verbinden wir uns z.B. mit Freya, um unseren Mut zu kräftigen mit der Amazone Pentesilea, um unsere Hellsicht und Klarsicht zu öffnen, mit Pythia oder um unsere Liebesfähigkeit und Lust zu nähren mit Aphrodite. Wir rufen diese Göttin und verbinden uns mit ihr und lassen uns durch sie mit der ersehnten Kraft oder Fähigkeit aufladen.

Auch die unwiderstehliche Grünkraft der Mutter Natur will sich uns jetzt schenken. Mutter Natur möchte besonders im Frühjahr ihre Töchter auf der körperlichen Ebene stärken und wieder mit Lebendigkeit erfüllen. Dazu lässt sie allüberall ihre Kraft-, Heil- und Zauberkräuter für uns sprießen. Täglich können wir uns aus dem Grün der Brennnessel, des Wegerich, Giersch, Löwenzahn (oder was sonst gut für uns ist) auf der Basis von beispielweise Apfelsaft einen grünen Smoothie bereiten. Sein Reichtum an Chlorophyll, mit dem die Pflanzen das Sonnenlicht aufnehmen und speichern können, ist eine Quelle neuer Lebenskraft für uns. Denn unser grüner Smoothie schenkt uns genau diese Fähigkeit der Pflanzen, unsere Körperzellen mit Hilfe der magischen Grünkraft Chlorophyll mit Energie und Sonnenlicht zu nähren.

Dann kann nach der dunklen Winterzeit in unsere Herzen, in Haut und Augen das Leuchten strahlender Lebendigkeit und Lebensfreude zurückkehren.

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT MÄRZStamm eines Baumes, der aussieht, als wüchsen da Brüste heraus - eine Baumgöttin

Aus dem Mittelmeerraum kommt die junge Jägerin Diana, Mentorin der wilden, freien und weisen Frauen. Auch in Süddeutschland wurden an zahlreichen Orten Diana-Reliefs gefunden. Ihre Anhängerinnen nahmen sich immer wieder aus dem sozialen Leben heraus und verschwanden zusammen mit Freundinnen in die Freiheit, in die Wälder. Noch bis in die Neuzeit gab es Gruppen von Frauen, die der „guten Herrin Diana“ folgten, und auf ihren Spuren nachts unterwegs waren.
Diana setzt sich leidenschaftlich für die wilden Waldfrauen ein, für die kämpferischen Mädchen, die Jägerinnen und Jäger, die sich in den Wäldern auskennen und ihren Wegen folgen. Ihr Beiname ist „die Herrin der wilden Dinge“: Sie hütet, schützt und nährt alles was wild ist und frei, ganz besonders aber die Tiere des Waldes. Dianas silberner Bogen ist die Sichel des Mondes. Von Diana wird erzählt, dass sie drei Namen hat und drei Aufgaben: im Himmel ist sie Luna und erleuchtet die Nacht mit ihren Silberstrahlen, auf Erden heißt sie Diana und hütet alles Wilde, aber in der Unterwelt ist sie Hekate und hält dort Geister und körperlose Wesen unter ihrer Kontrolle.

Wenn Diana eine Frau berührt, so heißt es in den alten Quellen, muss sie ihr folgen. Dianas Geschenk ist ein Füllhorn an Freiheit, Ungezwungenheit und Freundlichkeit, und der Zauber der wilden Welt.

Auch heute können wir uns an Diana wenden, wenn wir unsere Integrität stärken wollen, das Wilde und Ungezähmte in uns entwickeln wollen. Vor allem brauchen wir Diana, wenn wir durch traumatische Erfahrungen in unseren Instinkten verletzt worden sind und wir wieder lernen wollen, spontan, kraftvoll und aus der Tiefe heraus zu reagieren. Wir können sie leicht in der Zeit zwischen der Frühjahrstagundnachtgleiche und dem darauf folgenden Vollmond in den Wäldern finden: Wir folgen einfach der Farbe Grün, und verlassen dabei – aufmerksam und achtsam für alles Lebendige – die Wege, um das Herz des Waldes zu finden. Unterwegs auf diesem Weg pflücken wir hier und da ein junges grünes Blatt und knabbern es, denn seine Grünkraft wird unsere Wildheit und Ursprünglichkeit stärken.

Im Herzen des Waldes wartet Diana auf uns und hüllt uns in ihren grünen Mantel ein.
Avesta
Avesta bietet am Sonntag, 7. April 2019 eine Gesprächsrunde zur Europawahl an. Weitere Infos hier…

GÖTTIN FÜR DEN MONAT FEBRUAR

Noch ist es tiefer Winter. Aber schon werden die Tage ein wenig länger, und unter der Kälte spüren wir wie sich erstes Leben regt. Es ist die Zeit von Bridgid, und wir feiern Lichtmess, ihr altes Fest. Brig ist ein keltisches Wort und heißt „weibliche Tapferkeit und Vollmacht“. Bridgid war und ist die Göttin des Lichts, des Feuers, der Inspiration und der Heilung und sie ist die bedeutendste keltische Göttin überhaupt. Nicht nur im christlichen Festkalender ist sie durch ihr Lichtmess fest verankert, auch in der Landschaft hat sie ihre Spuren hinterlassen: zum Beispiel sind die Stadt Bregenz und der Fluss Brigach nach ihr benannt.

Bridgid ist für uns die Behüterin von und die Führerin durch dynamische, risikoreiche Prozesse der Wandlung. Es sind die Übergänge von einem Zustand in einen völlig anderen, es sind kritische Phasen lebendiger Dynamik, in denen das Risiko der Verletzlichkeit, des aus den Fugen Geratens hoch ist, bei denen Bridgid uns Menschen führt und schützt. Oder auch den Funken der Inspiration in uns entfacht und so neue Ideen schenkt.

Verbunden mit ihrer Energie können wir uns in eine höhere Schwingungsebene hinein entwickeln, so wie sie durch ihr Heiliges Feuer das Holz zu Licht und Wärme wandelt. Sie schützt, führt und hilft bei den notwendigen, aber gefahrvollen Transformationsprozessen auf der persönlichen genauso wie auf der kollektiven Ebene. Sie ist das göttliche Prinzip, das wir in unserer Zeit des Chaos und der Transformation ganz besonders brauchen.

Wenn wir in einem Wandlungsprozess stehen und die Stärkung durch Bridgid suchen, hilft folgendes Ritual:

Wir begeben uns mit einer Walnussschale, in die wir ein kleines Kerzchen eingeklebt haben, an ein Gewässer. Oder wir bereiten zuhause eine Schüssel mit Wasser vor. Darauf setzen wir unser Lichtschiffchen, und indem wir unsere Kerze anzünden, bitten wir Brigid um ihren Schutz für unsere Wandlungsprozesse. Nun findet das kleine Licht seinen Weg über das Wasser, begleitet mit Summen oder Singen. Dabei genügt es schon, wenn unser Lichtschiffchen ein Moment lang auf dem Wasser steht, denn schon in diesem einen Moment hat unser Symbol die Kraft und den Segen von Bridgid für uns aktiviert.

Avesta

Aufgemerkt – Terminverlegung: Der Arkuna-Kurs „Das Geschenk der Sonnenfrau“ mit Nana Nauwald wurde vorverlegt auf den 19. Mai 2019. Es sind noch Plätze frei. Weitere Infos gibt es hier

 

Für alle tanzbegeisterten Frauen!
Frauendisco mit Gabriele Hüller und Sonja Bauer
Fr. 25.1., 19.30 bis 23 Uhr, Eintritt: frei (Spende für den Raum ist willkommen)
Ort: Weißenburgzentrum, in Stuttgart, Weißenburgstr. 28 A, OG

 

GÖTTIN FÜR DEN MONAT DEZEMBER

An nicht wenigen Tagen wird es kaum mehr richtig hell. Das Lied der Vögel ist endgültig verstummt. Die Farben verblassen und gehen in Grautönen auf. Schatten tauchen auf – Nebel verwischen die Konturen wieder. Winde wirbeln das letze Laub auf. In die Regentropfen mischen sich Schneeflocken. Das Wilde Heer bewegt die jagenden Stürme, es nimmt alles mit sich, was keinen Platz mehr hat und führt die Seelen der Verstorbenen ihrem Bestimmungsort zu. Der christliche Nikolaus zieht mit seinem vorchristlichen Knecht Ruprecht durch die Nacht … ein zwiespältiges Gespann …

Und selbst in dieser dunkelsten Zeit erscheint für uns Frauen eine besondere Lichtgestalt:

LUZIA

Am 13. Dezember wird das Fest der Hl. Luzia gefeiert. Dieser 13. Dezember war vor der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 der Tag der Wintersonnenwende. Luzia ist diesem Ereignis entsprechend die Leuchtende, die Lichtbrin­gende, die Glänzende, und auch in diesen Namen klingt die Wiedergeburt des Lichtes an. Luzia ist eine nahe Verwandte von Frau Percht, der Göttin des Winters. Als Verkörperung des wiederkehrenden Lichtes ist Luzia eine gute, den Menschen holde, Freude bringende Göttin. Luzia wird auch als Lutzel oder Lützelfrau verehrt. An ihrem Tag hatten sich unsere Vormütter besonders mit Liebesorakeln beschäftigt. Wir können sie auch heute mit ihrem traditionellen Gebäck, dem Lissekater, feiern. Wir kleiden uns im Vorgriff auf das wiederkehrende Licht in Weiß und erfreuen uns und unsere Lieben mit den frisch gebackenen Lissekatern. Nach Einbruch der Dunkelheit setzen wir Lichtschiffchen auf den Fluss oder See. Das Licht soll Luzia erfreuen und sie ehren. Die Luziennacht gilt als Wundernacht voll von Geheimnissen: Über den Häusern der ihr zugetanen Frauen zeigt sich um Mitternacht ein wun­dersames, schwebendes Licht, ein wundersames und starkes Kraft- und Segenszeichen.

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT NOVEMBERSpirale

November ist im alten keltischen Kalender der Monat der Verwandlung durch den Tod oder die Todeserfahrung. So beginnt der November mit Samhain, dem Fest des Todes. Im christlichen Kalender findet Samhain seinen Niederschlag in den Festtagen Allerheiligen und Allerseeelen, die noch die Erinnerung an unser keltisches Erbe in sich tragen.

HEL

Wir betreten im November endgültig die dunkelste Zeit im Jahreslauf. Das sichtbare Leben hat sich aus der Natur zurückgezogen, und wir schützen uns mit wärmender Kleidung vor Kälte, sind meist drinnen und nur wenn nötig draußen. Das Verschwinden des natürlichen Lebens ist das Thema des Monats: der Tod. Seine Göttin ist Hel, die „Verhehlende, die Verhüllende“. Mit dem Tod setzen wir uns meist nur gezwungenermaßen und im Erschrecken über seine Macht auseinander. Er ist das Unfassbare schlechthin. Und doch ist seine Welt, die Anderswelt ein wichtiger Teil der Wirklichkeit. Sie ist die Welt all der Dinge, die wir verlernt haben zu verstehen, die Welt der Rätsel und der Schätze des Unsichtbaren. In der Anderswelt der Hel wirkt der Kessel der Erneuerung, in dem aus Vergänglichem das Unvergängliche, das Ewige entsteht. Er ist uraltes Symbol des Geheimnisses des Werdens, Vergehens und Neu-Werdens. Von der Natur selbst lernen wir im November die Vergänglichkeit alles Sichtbaren. Nur der nicht-sichtbare Teil von uns Menschen ist der Unvergängliche: unsere Seele.

So können wir im November abends, wenn es dunkel geworden ist, nur eine Kerze anzünden als Zeichen des Lichts unseres Bewusstseins. Mit unserem erweiterten Bewusstsein können wir nach innen lauschen, nach innen schauen, und uns in die Welt der Hel hinein tasten und in die nicht-sichtbare Wirklichkeit. Wir können Verbindung aufnehmen mit den Menschen und Wesen, die nicht mehr in der sichtbaren Welt leben. Wir können die Türe zu Hel und zu der unvergänglichen Welt des Sinnes einen Spalt öffnen, damit sich durch einen Lichtstrahl von dort unsere alltäglichen Sorgen und Nöte aufhellen und wir den Sinn ahnen …

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT OKTOBER

Oktober ist im alten keltischen Kalender der letzte Monat des alten Jahres. Wir ehren das Schwinden des Lichts, der Farben, das schwächer Werden der Lebenskraft, wir stimmen uns auf das Loslassen ein, wir werden älter.

HEKATE

Wir treten mit Hekate an unserer Seite jetzt ein in die dunkle Jahreszeit. Sie ist Göttin der Übergänge wie Geburt, neue Lebensphase, neue Richtungsentscheidungen, Initiation und Älter werden. Oft wird sie mit der Fackel dargestellt, mit der sie uns den Weg ins Ungewisse erhellt. Sie ist eher eine dunkle Gestalt, aber von tiefem Wohlwollen für Menschen, und in ganz besonderer Weise für uns Frauen. Sie ist die Hüterin des magischen Wissens und von ihr lernen wir, dass wir für Lebenskompetenz und die Bewältigung der Herausforderungen nicht Macht brauchen, sondern Weisheit. Auch dies ist in ihrem Symbol der Fackel dargestellt. An ihren Beinamen erkennen wir die Hilfestellungen, die sie uns geben kann: Sie hält das Böse fern, steht an den Wegkreuzungen unsere Schicksals, sie ist die Torhüterin, die Schlüsseltragende, die Führerin, Lichtbringerin, die Heilerin und Erlöserin.

Wenn wir vor einem herausfordernden Übergang stehen, wenn uns die Dunkelheit, die uns umgibt, Angst macht, wenn wir uns bedroht fühlen von Klimawandel und der Rüstungsspirale, dann wenden wir uns – nachdem wir auf der sichtbaren Ebene das uns Mögliche getan haben – an Hekate. Wir stellen ihr eine kleine Gabe an Übergänge wie z.B., Wegkreuzungen oder an die Türschwelle hin, und bitten sie um ihren Schutz und ihre Weisheit.

Am Ende des keltischen Jahres ist es sinnvoll, sich von dem zu trennen, was wir nicht mehr brauchen, unsere inneren Räume zu klären. Hekate kann uns beim Loslassen unterstützen: Welchen Groll, welchen Zorn – auch vielleicht auf mich selbst – brauche ich nicht mehr? Welche Illusion kann ich aufgeben? Ich finde draußen für jedes benannte Thema ein buntes Herbstblatt, entzünde eine (schwarze) Kerze auf dem Hausaltar und verbrenne das Blatt, z.B. mit den Worten: „Liebste Hekate, XXX hat lange genug auf mir gelastet, ich nehme XXX jetzt weg von mir und gebe es an Dich. Nimm es an und verwandle es, und lass mich mit leichtem Herzen meinen Weg weitergehen.“ Ich visualisiere, wie sich mein Groll, meine Illusion im Rauch auflöst, nehme die Asche und streue sie in den Wind oder in fließendes Gewässer. Ich danke Hekate mit Worten, einem Lied, oder einem kleinen Tanz.

Avesta

17.9.2018
Der Gaiamantie-Kurs muss leider auf nächstes Jahr verschoben werden. Ersatztermin 7. September 2019

 

GÖTTIN FÜR DEN MONAT AUGUST

DEMETER – wir ernten Geschenke, die uns nähren und am Leben erhalten, wir danken für das Geschenk des täglichen Brotes

Im August feiern wir die erste Ernte, wir feiern das Getreide und die Grundlage unserer täglichen Ernährung. Dieses Jahr fällt ein für alle sichtbarer Schatten auf diese hohe und freudige Zeit der ersten Ernte, denn der menschengemachte Klimawandel hat mit seiner sengenden Hitze die Ernte in mancher Monokultur-Landwirtschaft verbrannt. Die Agrokonzerne fordern Subventionen ein und verweigern sich gleichzeitig einer Landwirtschaft, die den Mutterboden und seine kleinsten Bewohner pflegt, den Schatz des Grundwassers hütet und die Bedürfnisse der Tiere achtet. Demeter als die Göttin des Getreides, die Mutter des Lebens und unseres täglichen Brotes braucht mehr denn je unser Engagement für eine nachhaltige und klimaneutrale Lebensweise: das zeigt sie uns in diesen Tagen.

Um Demeter nahe zu sein streifen wir durch die Sommerlandschaft, es können auch Gärten, Parks oder auch nur unser Balkon sein. Wir schauen nach dem Getreide auf den Feldern und schenken ihm ein Danke, wir halten Ausschau nach den Früchten, den Beeren an den Hecken, dem Obst auf den Bäumen, den reifen Tomaten – wir erfreuen uns dankbar und ganz bewusst an dieser unglaubliche Fülle der Mutter Erde, pflücken, kosten, nehmen die Aromen und Säfte in uns auf … Wir können die gewonnenen Eindrücke auf unser Leben übertragen: Was an unseren persönlichen Vorhaben dieses Jahres wächst, reift, gelingt? Wo haben wir gewonnen oder dazugelernt? Wo finden wir Fortschritte? Wo können wir Früchte unserer Bemühungen ernten? Und wir danken uns selbst und allen, die uns mit ihrer Energie, Inspiration und Kraft nähren und zum Gelingen unseres Lebens beitragen.

Am 15. August, dem traditionellen Höhepunkt des Sommers ist Kräuterweihe. Alle unsere Heil- und Kraftpflanzen sind nun in der Fülle ihrer Heil- und Wirkkraft und dürfen geerntet werden. Wir pflücken uns ein Büschel der Heilpflanzen, die uns stärken, weihen es, erfreuen uns daran und erschaffen damit ein Kraftreservoir an Heilpotential für die körperlichen und seelischen Herausforderungen der dunklen Jahreszeit.

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT JULI

VESTA – Das heilige weibliche Feuer

In der europäischen Tradition gilt Vesta als die älteste aller Göttinnen. Die Entwicklung menschlicher Kultur begann als Menschen lernten, mit dem Feuer umzugehen. Dunkelheit konnte mit Feuer erhellt werden, Kälte konnte erwärmt werden und das Feuer war wichtigste Helferin der Menschen bei allem täglichen Tun, und Mittelpunkt menschlicher Gemeinschaft. Feuer ist die Urmutter aller Künste: des Kochens, Backens, des Härtens, Haltbarmachens, des Töpferns und des Schmiedens.

Quer durch ganz Europa waren die Hüterinnen des Feuers Priesterinnen oder besondere Frauen, denn das Feuer im Kessel, Herd und Altar war ein symbolischer Ausdruck des heiligen weiblichen Prinzips der Wandlung und ein umfassendes Symbol für weibliche Vitalität.

Vestas Geschenk ist im übertragenen Sinn das Feuer unserer Vitalität. Sie ist die Göttin unserer Begeisterung und Leidenschaft für das Leben. Aber wie jedes Feuer erfordert auch das Feuer unserer Vitalität eine weise Handhabung: Zu viel davon lässt uns ausbrennen, und dieses Leiden ist so verbreitet, dass es einen Namen trägt: Burnout. Die vestalischen Feuer brannten nach einem wichtigen Grundprinzip der alten Weisheit, das heißt: Nichts darf verletzt werden! Darum wurden für das Feuerholz für Vestas Altar nur die am Boden liegenden Äste im heiligen Hain aufgesammelt, die lebendigen Bäume blieben unangetastet. Vestas Regel lautet: die natürlichen Ressourcen bestimmen das Maß; die Lebenssubstanz selbst darf niemals verheizt werden. Und das Feuer unseres Engagements darf uns nicht ausbrennen!

So sind wir eingeladen, unser persönliches Lebensfeuer weise zu hüten, und auf gesellschaftlicher Ebene für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Energie einzutreten – ohne Kohleabbau, ohne Atomkraft – also uns für eine echte Energiewende einzusetzen.

Avesta

GÖTTIN FÜR DEN MONAT JUNI

SIRONA

Es gibt in der Gegend zwischen Rhein, Mosel und Enz eine ganze Reihe von keltischen Quellheiligtümern, die der Göttin Sirona geweiht sind. Aus Sironas Quellheiligtum in Hochscheid bei Bernkastel ist eine eindrucksvolle Statue von ihr überliefert: mit hoheitsvoll erhobenen Haupt hat sie den Blick gleichzeitig in die Ferne und auf die Betrachterin gerichtet. In ihrer linken Hand hält sie drei Eier, die sie der Betrachterin zeigt, der rechte Arm ist umwunden von einer Schlange, und mit dem rechten Zeigefinger deutet sie auf die Eier.

Sirona ist die Göttin des Wassers als Urkraft, aus dem alles Leben kommt, und die auf allen Ebenen Lebensprozesse initiiert und nährt. Auch die Schlange symbolisiert diese geheimnisvolle Macht und verbindet sie als instinktive Weisheit aus der Tiefe mit der sichtbaren Welt oben. Die Eier enthalten in sich das vollständige neue Leben und symbolisieren diese Erneuerung. Noch ist unsichtbar, was das Ei enthält, noch ist es durch eine Schale geschützt. Und doch ist es bereits als fertiges Ganzes da.

Das ist Sironas Versprechen an uns: Unser persönliches Leben samt seinen Verletzungen kann durch die Verbindung mit ihrer Kraft immer wieder neu heilen und sich erneuern. So wie das Wasser das, was nicht zu uns gehört, einfach wegspült und so, wie sich die Schlange immer wieder häutet und erneuert.

Avesta

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